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Das Programm  "Engagement braucht Leadership"

 

 



Die Umsetzung in NRW

 

„Vorstand gesucht?! – Ist der Verein zentraler Faktor der Zivilgesellschaft?“

Fachtag zum Projekt „Engagement braucht Leadership“ 23. September 2015

Hilfe für Flüchtlinge wird über Facebook organisiert, hunderte Helfer kommen spontan zu den Bahnhöfen oder sammeln Spenden. Der Wille zum Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist da, neue Formen des Engagements entwickeln sich. Doch die rund 15.000 Vereine in NRW klagen zugleich über Mitgliederschwund. Woran liegt das? Sind Vereine überhaupt noch zeitgemäß? Diesen Fragen stellte sich der Paritätische NRW beim Fachtag zum Projekt „Engagement braucht Leadership“ in Dortmund.

Sei es der Betrieb einer Notunterkunft oder einer Kita: Sobald es um das Mieten einer Immobilie oder die Beschäftigung von hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen geht, stoßen die neuen Formen des Engagements an ihre Grenzen. Hier braucht es eine Rechtsform und verlässliche Strukturen, ein klar definiertes Gegenüber für Kostenträger und Nutzer/-innen. Der Verein bietet genau das. Und doch klagen viele Vereine über Schwierigkeiten bei der (Nach-)Besetzung von Vorstandsposten und schwindende Mitgliederzahlen. 1990 waren noch 62% der Bürger/-innen Mitglied in einem Verein, 2014 waren es nur noch 44 Prozent. 

„Man kocht im eigenen Saft, tut Dinge, weil man sie schon immer so gemacht hat, flechtet lieber alte Zöpfe weiter, als sie abzuschneiden. Es ist das Image von Vereinsmeierei und Spießigkeit, das auf junge Menschen abschreckend wirkt“, erläutert Hermann Zaum, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW. Oft wird das Engagement neuer Mitglieder geradezu ausgebremst, in Entscheidungen werden sie selten mehr als nur formal einbezogen. Neue Vorstände werden zu wenig auf ihre Aufgaben vorbereitet und ein Austausch mit anderen Vereinen und Initiativen findet kaum statt. Klingt wie ein böses Klischee – doch sei es im Sozialen, der Kultur oder dem Sport: Vor allem bei kleineren Vereinen trifft es oft zu, sind die Probleme teils hausgemacht – und damit lösbar. 

Denn der Verein birgt eine große Chance, ist eine moderne Rechtsform mit langer Tradition. Er macht vergleichsweise wenig formale Auflagen, bietet aber mit Blick auf Haftungs- und Rechtssicherheit einen sicheren Rahmen für viel Gestaltungsspielraum engagierter Bürgerinnen und Bürger. „Über 1.000 Elterninitiativen oder die Lebenshilfe-Bewegung: Aus dem Willen der Menschen, sich der eigenen Belange und aktuellen Herausforderungen selbst anzunehmen und aktiv für sie zu arbeiten ist im Paritätischen NRW schon oft Großes und Bleibendes hervorgegangen. Bürgerschaftliches Engagement, gebündelt in Vereinen – das Modell hat Zukunft. Auch wenn manche Vereine an sich und ihrer Zukunftsfähigkeit arbeiten müssen. Egal ob Schützenverein oder Flüchtlingshilfe: Mit dem Projekt „Engagement braucht Leadership“ unterstützen wir Vereine dabei“, so Hermann Zaum.

  Tagungsdokumentation zum Herunterladen



 
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